Aktuelles

….. wie würde Jesus handeln …..
….. ein offenes Wort ……


Liebe Mitchristen,
derzeit hängt in unserer katholischen Kirche der Haussegen schief.
Es sind, wie ich es sehe, zwei Problemkreise, die – äußerlich besehen – gar nichts mit
einander zu tun haben, bei näherem Betrachten aber sehr wohl ineinander verwoben
sind.
Traurig, ja wütend macht mich, dass offizielle Bestimmungen aus dem Vatikan,
(manchmal auch aus Diözesen) Antworten geben auf Fragen, welche vielleicht vor 20
Jahren spruchreif und akut waren, wo aber die gesellschaftliche Entwicklung,
einhergehend mit wissenschaftlicher Untermauerung aus dem Bereich der
Humanmedizin fortgeschritten ist, so dass manche Antworten aus Rom bei den meisten
nur Kopfschütteln und Befremden hervorrufen.
Manchmal gibt Rom auch Antworten auf Fragen, die eigentlich gar niemand gestellt hat.
So war es damals im Jahr 1968, als Papst Paul VI entgegen der wissenschaftlichen
Berater, die er zuvor, wohl gehört hatte, die sog. „Pillenenzyklika“ heraus brachte, die
selbst bei eingefleischten und sehr treuen Katholiken einen Schock hervorrief.
Was Papst und Kurie damals nicht beabsichtigten, trat ein: es war eine gewaltige Welle
der Distanzierung und des Auszuges aus der Kirche. Das ist mit den Zahlen der
Gottesdienstbesucher aus jenen Jahren klar belegbar.


In den Städten ging der regelmäßige Gottesdienstbesuch schlagartig zweistellig zurück.
In der Enzyklika „Familiaris consortio“ von Papst Joh. Paul II, versucht dieser den Wert
„intakter“ Familien herauszustellen, als Norm und Idealfall zu bezeichnen, was aber de
facto alle Patchworkfamilien und andere Lebensgemeinschaften, die es damals
durchaus schon gab, in die Illegalität verbannte und damit diffamierte.
Alle weiteren Päpste haben sich in sog. Moralenzykliken bisher immer auf diese
Dokumente ihrer Vorgänger berufen.


Ein grundsätzlicher wissenschaftlicher Denkfehler, der ein Weiterschreiten biologischer,
medizinischer, sozialpsychologischer Erkenntnisse damit ausschließt.
Anders gesagt: Theologie, wenn sie im klassischen Sinn zu den Geisteswissenschaften
gezählt werden will, muss sich weiterentwickeln.
Das gilt übrigens nicht nur für Fragen der Moraltheologie, sondern auch für die
Dogmatik. Auch der Zugang zu „festgeschriebenen Glaubenssätzen“ muss sich
erweitern.
Dieses Postulat hat vor 40 Jahren schon Hans Küng erhoben, als es um eine erweiterte
Sicht des Dogmas der Päpstlichen Unfehlbarkeit ging.
Wie ein Hammerschlag kam die Verlautbarung aus der vatikanischen
Glaubenskongregation (mit der ausdrücklichen Billigung des Papstes!), dass
homosexuelle Paare nicht gesegnet werden dürfen.

Abgesehen, dass die Kirche im Augenblick ganz andere Fragefelder und Baustellen hat,
war diese unverhoffte Absage wie ein Schlag ins Gesicht. Die Begründung, dass
homosexuelle Partnerschaften nicht der Schöpfungsordnung und damit dem Plan
Gottes entsprechen und deshalb von einem Segen ausgeschlossen sind, zeigt doch,
dass diese alten Männer in Rom von einem völlig veralteten, überholten und damit
unwürdigen Menschenbild ausgehen.

Wenn man bedenkt: die Kirche hat in der Vergangenheit Waffen (zur Tötung!) gesegnet;
sie hat Soldaten gesegnet, nicht als Schutz ihres eigenen Lebens, sondern mit der
Zielvorstellung, dass sie die Feinde besiegen sollen (Auge um Auge, Zahn um Zahn).
Ich darf Tiere segnen und tue das auch mit Freude, weil ich damit auch die Schöpfung
und die tierliebenden Menschen Gott vorstelle. Ich darf Gegenstände segnen, die oft in
einer verkürzten religiösen Sicht als reiner Talismann verstanden werden
(Beschützerle). Auch das ist für mich stimmig, denn es zeugt von Gottvertrauen, das
sich in jedem Wunsch nach Segen äußert.

Von den vielen (Hetero)-Paaren, die ich traue, können die wenigsten mit „Ehe als
Sakrament“ etwas anfangen. Sie wollen halt den schönen und feierlichen Rahmen der
Kirche. Die meisten wollen auch den Segen und legen darauf (noch) Wert. – Soll ich sie
abweisen? Ich begreife es – wie viele andere Seelsorger als Chance, in einer großen
Runde meist kirchenferner und kirchenabweisender Anwesenden das Wort Gottes zu
verkünden. Wir Seelsorger versuchen an solchen Feierplätzen Türen zu öffnen.
Das ist im Augenblick für ganz viele die einzige Chance, um an Menschen außerhalb
der Kirche heran zu kommen.

Ich kenne etliche schwule und lesbische Paare, die in vorbildlicher Treue zu einander
stehen in guten und in schweren Zeiten, die sich gegenseitig tragen, in Krisen, in
Krankheit, die Begleitung bis zum Sterben ausüben. Vor ihnen habe ich die größte
Hochachtung. Das gleiche gilt für Paare von Mann und Frau.
Im gleichen Atemzug sage ich aber auch:
Ich verurteile Paare nicht, deren Beziehungen scheitern. Ich bin überzeugt, dass Jesus
ihnen helfend und unterstützend begegnet.

Wenn wir diese Zusammenhänge und Fakten in unserer modernen Welt nicht erkennen,
verdunkeln wir das Angesicht der Kirche, weil wir ein veraltetes Kirchenrecht über das
Evangelium stellen. Wenn Kirche nicht der Heilung des Menschen dient, verliert sie
ihren innersten Auftrag.
Ich rede hier keinesfalls einer permissiven Haltung und Einstellung das Wort. Es gibt
richtig und falsch.
Kann es aber falsch sein, wenn zwei Menschen sich aufrichtig lieben? Was maßt sich
die Kirche an, darüber zu urteilen? Augustinus sagt: liebe, – und dann tue, was du willst.
Hat dieses Wort des Kirchenvaters, auf den wir uns sonst so gerne berufen, keine
Bedeutung?
Die Kirche arbeitet sich im Augenblick selber ab. Sie verpasst Chancen, schlägt Türen
zu.
Wenn Sexualität nur in einer gültig geschlossenen Ehe erlaubt ist, und zwar auch nur
dann wenn sie dem Zeugungsakt dient und diesen nicht verweigert, (Enzyklika
Familiaris consortio), dann geht diese Sichtweise komplett am Menschen, seinen
Bedürfnissen, an der Realität überhaupt vorbei.
Die Kirche schießt sich mit solchen Aussagen selber ins Aus. Es ist kein Wunder, wenn
uns die Leute in Scharen davonlaufen.
Und da bin ich schon beim zweiten Thema.
Warum gibt es derzeit diese Fokussierung in der Presse, ja diesen Hass der
Öffentlichkeit, diese Abscheu vor den Taten des Missbrauches (durch Geistliche) in der
Kirche?
Missbrauch gibt es doch auch in Familien und in Sportvereinen. Warum also dieser
massive Beschuss auf die (kath.) Kirche?
Weil sie sich herausnimmt, in einem völlig überholten Weltbild den Menschen vorsagen
zu müssen, wozu Sexualität da ist, dass alles außer Zeugung, und zwar nur innerhalb
einer gültigen Ehe sündig ist.
Das ist der Versuch einer Machtausübung, ausgehend von Rom, über Bischöfe, die sich
in Abhängigkeit von Rom zu Handlangern und Vollstreckern der Glaubenskongregation
machen lassen.
Zum Glück trifft dies nicht auf alle Bischöfe zu. Es gibt genügend Vorsteher, welche
unter den Vorgaben Roms leiden, welche die Füße stillhalten. Zusammenstehen,
rebellieren? Undenkbar, da uneins.
Es wird derzeit viel über Machtmissbrauch in der Kirche gesprochen.
In früheren Zeiten geschah dieser bis hinein in die Beichtstühle. Viele Ältere können dies
bezeugen: Frauen beispielsweise, die sich kein weiteres Kind leisten konnten, dazu
standen, und denen die Absolution verweigert wurde.
Wenn heute die Bischöfe von einer Krise der Beichte sprechen, dann sollten sie dieses
Kapitel der Machtausübung, der Verweigerung, der Übergriffe, der Einmischung in die
Privatsphäre von Menschen genau anschauen und zugeben.
Wenn heute so oft das Wort „Aufarbeitung“ fällt, dann ist dies bisweilen so ins Blaue
hinein gesagt, oder anderen nachgeschwätzt.
Aufarbeitung ist doch mehr, als nur das voyeuristische „ans Licht zerren“ von Taten, von
Entscheidungsträgern.
Aufarbeitung kann auch nicht darin sich erschöpfen, dass man einzelne Personen als
Bauernopfer benutzt, dass Köpfe rollen.
Die Ursachen liegen viel tiefer.
Sie gründen u.a. in der negativen Einstellung der Kirche zur Sexualität.
Sie gründet in der Negierung anderer Lebensentwürfe, die es zur Zeit der Entstehung
der Bibel aus kulturellen Gründen so noch gar nicht geben konnte.
Sie gründet in der alles überhöhten Opfertheologie des Priesters, dem man per se
(sonst ist er eben nicht berufen) jegliche, naturgemäß wesentlich zum Menschen
gehörende Sexualität abspricht.
Das hat sich bis in meine Zeit im Seminar hingezogen:
Wir hörten in unserer Ausbildung eine Unzahl frommer Vorträge. Über das Thema
Sexualität wurde geschwiegen. Es kam gar nicht vor. Wer, – wie ich – einen guten
Beichtvater hatte, der konnte wenigsten dort diese Fragen thematisieren.
Ich sage: über Generationen hat man Priester mit der Ordnung und Bewältigung dieser
Urkraft im Menschen allein gelassen. Oftmals waren die Vorsteher selber noch sehr
jung. Einige hielten damals schöne Vorträge, heirateten, oder zogen still heimlich zu
ihren Partnern.
Deckel drauf und Ruhe bewahren.
Jetzt auf einmal wachsen uns diese Dinge über den Kopf, fliegt uns einiges um die
Ohren.
Die Fixierung der meist dumpfen Presse und Öffentlichkeit auf Kardinal Woelki halte ich
für nicht angemessen und gerecht.
Hier geilt sich der Mob an ausgesuchten Opfern auf und findet damit endlich den
„Grund“ aus der Kirche auszutreten.
Das ist (hier bin ich konservativ) ein Schachzug des Teufels.
Wenn ich sage, die Erziehung ganzer Priestergenerationen in den Seminaren müsste
wissenschaftlich in den Blick genommen werden, dann geht es mir nicht um
Bloßstellung oder gar Verurteilung einzelner Vorsteher. Sie waren Kinder ihrer Zeit.
Fertig. Es geht aber um ein Lernen für die Zukunft.
Wenn heute ein junger Mann vor den Psychologen und Vorstehern in den
Priesterseminaren sagt: ich bin schwul und will Priester werden, dann wird er genauso
nach Hause geschickt, wie der, der öffentlich zugibt, dass er ein Mädchen liebt und
vielleicht sogar mit ihr Verkehr hat. Er ist dann ungeeignet. Eben nicht berufen.
Ehrlichkeit als Zeichen, nicht berufen zu sein?
Freilich gibt es auch das andere: wie wir im Augenblick sehen, sind es ganz wenige, die
sagen: ich lebe um Jesu Willen die Keuschheit. Ob sie es durchhalten, ist eine andere
Frage. Was Jesus, das Reich Gottes, die Kirche von diesem Opfer hat, frage ich an
dieser Stelle nicht.
Haben wir Priester reife Kontakte, wozu vielleicht auch die Sexualität gehört, gelernt,
eingeübt?
Einer erwachsenen, starken Persönlichkeit dabei in die Augen zu schauen, ist viel
schwerer, als ein Kind zu vereinnahmen, das sich nicht wehren kann, das abhängig,
unerfahren ist.
Genau diese Zusammenhänge müssten analysiert, angeschaut, angstfrei in unserer
Kirche (auch unter dem Klerus) diskutiert werden. Das ist für mich „gehen an die
Wurzel“ und Aufarbeitung.
Alles andere ist ein voyeuristisches Zerren an die Öffentlichkeit.
Es geht auch nicht um dieses floskelhafte „mea culpa“ einzelner, sicher wohlmeinender
Bischöfe. Es geht um viel tiefere Zusammenhänge.
Wenn sich die Zulassungsbedingungen zum Priestertum nicht ändern, wenn sich in der
Ehrlichkeit, Unbefangenheit einer reifen Begleitung junger Anwärter/innen nichts ändert,
werden wir in ein paar Jahren – jährlich für ganz Deutschland – vielleicht fünf Personen
weihen.
Unser ganzes Dekanat wird in nächster Zeit eine einzige Pfarrei (mit einem leitenden
Pfarrer). Da ist keine personale Seelsorge mehr möglich. Da stirbt die Eucharistie vor
Ort, aus der die Kirche ihre Kraft und ihre Berechtigung schöpft.
Ich bin (unter Pfarrer Klausmann im Pfaffengrund) groß geworden in einer Kirche, die
das blühende Leben war. Diese Kirche hat mich getragen, meine Liebe zu Jesus
geweckt und gefördert.


Ich sehe, wie sich die Kirche derzeit demontiert und abarbeitet. Das tut weh.
Bitte habt Verständnis, dass ich es hier so schreiben musste.


Euer Pfarrer Wolfgang Kesenheimer

 

Ein PADLET für die Seelsorgeeinheit Bad Schönborn-Kronau


Viele kennen die Internetseite „Padlet“. Gerade die Kinder und Jugendliche arbeiten mit diesem Medium in der Schule bzw. im Homeschooling.
Das „Padlet“ ist eine moderne Form einer Pinnwand. Diese hat eine Überschrift und darunter finden sich Rubriken (Zettel) mit passenden Infos, Geschichte, Bastelideen oder kleinen Filmen.


Wir haben ein Padlet für unsere Seelsorgeeinheit zusammen gestellt mit der Überschrift:
"Du - erklär´ mir mal ?" Die Karwoche - für Kinder und Familien.


Für jeden ist etwas dabei. Jeder Tag in der Karwoche wird genau angeschaut. Von der passenden Bibelstelle bis zum kleinen Film, Impuls für die Erwachsene und eine Tagesaufgabe „To do für euch“ für die Kinder.
Wer jetzt neugierig geworden ist meldet sich einfach per Mail bei Karin Ginser, Gemeindereferentin (ginser@kath-badschoenborn-kronau.de). Ihr bekommt dann die ganzen Zugangsdaten. Und dann kann es los gehen!

 

QR Code PadletSE

 

 


 

Predigt zur Christmette 2020

 

Einleitung:

Ihr Lieben hier im Gotteshaus - und daheim!

Fühlen Sie sich jetzt alle angesprochen, umarmt, geistig abgeholt.

Das Kind in der Krippe – in diesem Jahr noch unscheinbarer und genauso verletzlich, wie wir uns alle in diesem Augenblick fühlen, - dieses Kind von Bethlehem, von dem die Evangelisten bezeugen, es ist Gottes Sohn, - es übt in seiner Schwachheit eine große, fast magische, eben göttliche Kraft aus.

Ich wünsche uns allen, dass die christliche Religion, die uns das Unfassbare verkündet, Gott in beglückender Nähe, Ihnen Hilfe ist. Ich wünsche, dass Sie alle von der Faszination des Christentums erfasst und überzeugt werden.

An Dunkelheit fehlt es im Augenblick nicht. Sie ist präsent, - allgegenwärtig.

Mit ganz vielen Menschen – überall auf der Erde, bin ich überzeugt, dass Gott im Licht dieses Kindes zu uns kommt.

Möge diese Stunde für Sie ganz viel Trost und Aufrichtung bedeuten.

Predigt:

Schwestern und Brüder – zuhause – wo auch immer, und hier im Kirchenraum!

Dieses Weihnachten ist in jeder Hinsicht anders als sonst. Die Welt steht in einer Belastungsprobe von gewaltigem Ausmaß. Statt Unbeschwertheit, Harmonie und guten Gefühlen werden viele von Sorgen, von Trauer, und von Ängsten geplagt...

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Weltgebetstag der Frauen am 05. März

 

Der Weltgebetstag der Frauen für Bad Schönborn und Kronau fand am Freitag, 5. März um 19.00 Uhr statt und

wurde durch ein Team der Kath. Kirche St. Lambertus vorbereitet. Dieses Jahr

erhalten wir Informationen aus dem Leben der Frauen auf der Inselgruppe VANUATU.

Zum Nachschauen https://www.youtube.com/channel/UC8ClM9cs_em4bGGyLGrE8FQ 

 

Das Vorbereitungsteam

Predigt zum 2. Sonntag im Jahreskreis 2021 - B

 

Einleitung:
Die Kirche hat heute viele Probleme und Aufgabenfelder.
Eines der zentralsten Themen ist die Frage nach der Weitergabe des Glaubens.
Wie gelingt es, die Botschaft Jesu so zu sagen, dass sie auch von einer kritischen, modern
orientierten Jugend angenommen werden kann?
Ein Thema, dem wir uns heute stellen wollen.

Predigt:
Werbung spielt in unserer Konsumgesellschaft eine große Rolle.
Die meisten von uns sind abgebrüht und resistent. Werbung, welche unsere Fernsehfilme
unterbricht, empfinden wir als lästig.
Ganze Wissenschaften befassen sich mit dem Thema „Werbung“. Offenbar ist der Effekt doch
so groß, dass es sich trotz finanziellen Aufwands lohnt, diese einzusetzen...

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