Aktuelles

Geistliches Wort zum 4. österlichen Sonntag


Verkündigungstext: Joh. 10, 1-10


Jesus knüpft in seinen Reden und Gesten an der Erfahrungswelt seiner Zeitgenossen an.
Umherziehende Schafherden gab es im Altertum an allen Orten. Heute ist das eher die
Ausnahme.
Die Menschen damals konnten also die Bildrede Jesu verstehen und in ihr persönliches
Leben umsetzen.
Das Verhältnis zwischen Hirt und Herde ist geprägt von Vertrauen und von Verantwortung.
Was bedeutet das? Jesus geht uns voran. Wir können uns im Leben und im Sterben auf ihn
verlassen. Seit unserer Taufe hat er sich uns als Freund und Begleiter verschrieben.
Jesus fordert also nicht nur unser Vertrauen ein, sondern übernimmt für uns Verantwortung.
Das ist ein Zeichen seiner Liebe zu uns.
An vielen Stellen des Neuen Testamentes werden wir aufgefordert, Jesus, dem Herrn
nachzufolgen.
Das soll dann unsere Antwort sein auf das Vertrauen, das er auf uns setzt.
Wir sehen: christliches Leben ist eben weit mehr, als nur das Annehmen von Sätzen, als das
Wahrhaben von Überzeugungen. Christliche Religion ist im Wesentlichen ein personales
Geschehen. Ein innerer Bezug von du zu du. Es ist ein sich Begegnen und ein
Geführtwerden.
Die Bildrede vom Guten Hirten und seiner Herde zielt also in das Herz des Christentums.
Und noch etwas: wir sind auf dem Weg des Glaubens nicht allein. Wir sind aufgehoben in
einer großen Gemeinschaft, die wir mitgestalten dürfen, und die uns trägt. Und: wir haben
einen, der uns voran geht, auf den wir uns verlassen können: Jesus Christus.


Wolfgang Kesenheimer, Pfr.

 


 

Geistliches Wort zum 3. österlichen Sonntag

 

Verkündigungstext: Lk. 24, 13-35
„Emmaus“


Gerne vergleicht man unser menschliches Leben mit einem Weg.
Manche Phasen des Lebens durchhüpft man mit Leichtigkeit, andere durchschreitet man mit
weit ausgeholten Schritten.
Oftmals tritt man auch auf der Stelle.
Zum Gehen gehört aber nicht nur das Stehenbleiben, sondern auch das Fallen. Manchmal
ist es ganz steinig, unwegsam und mühsam.
Letztlich muss man aber sagen: Mühevoll oder leicht, – man kommt mit jedem Schritt dem
Ziel näher.
Das Leben durchschreiten heißt aber auch: Wachsen und reifen. Diese Erfahrung dürfen wir
selber machen und andere an uns.
Mit der geschenkten Reife wandelt sich auch unsere Sicht der Dinge. Was wir früher
übertrieben wichtig nahmen, lassen wir heute links liegen. Gelassenheit, Weitsicht, Offenheit,
- das sind Früchte, die einem erst nach langem Gehen geschenkt werden.
Auch unser Glaube erfährt dabei Wandlung und Reife. Wir glauben heute anders als früher.
Glaube muss heute vielen Dingen standhalten. Er lebt von der ständigen
Auseinandersetzung mit dem Leben selbst, vom Gespräch mit anderen, vom betenden
Tasten, Suchen und Fragen.
Was ich Ihnen hier erläutere, hat Lukas in seiner unnachahmlichen Ermauserzählung
eingefangen und ausgedrückt.1)
Die Botschaft lautet: Du bist niemals allein auf dem Weg. Manche Weggefährten werden Dir
geschenkt, andere musst Du Dir selber aussuchen. Bleibe mit ihnen im Dialog. Lebenslang.
Du wirst die Erfahrung machen: der Herr gesellt sich dazu.2) Er ist irgendwie immer
mittendrin und dabei.
Aber er kommt auf ganz leisen Sohlen.
Schick ihn niemals weg. Gib ihm nicht den Laufpass! Lade ihn ein, zu bleiben!3)
Dann bricht er auch Dir das Brot,4) was heißen will: Er gibt Dir Teil an seinem Leben,
überschüttet Dich ungeahnt mit seiner Liebe.
Halte an Christus fest5), der Dein Leben begleitet.
Dann gehen auch Dir die Augen auf und Du darfst IHN erkennen: „Mein Herr und mein Gott!“6)


Wolfgang Kesenheimer, Pfr.

 

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1) vgl. Lk 24,13 - 35
2) vgl. Lk 24,15
3) vgl. Lk 24,29
4) vgl. Lk 24,30
5) vgl. jener unnachahmlich schöne Christushymnus aus dem Stundenbuch: „Christus, göttlicher Herr“ ….
hier: „an Dir halte ich fest, suche Dich, folge Dir nach“
In: Die Feier des Stundengebetes. Stundenbuch. Für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes.
Band II. S. 582
6) Joh. 20, 28

 


 

Geistliches Wort zum 2. österlichen Sonntag –
„Weißer Sonntag“


Verkündigungstext: Joh. 20,19-31

Als am Morgen des Ostersonntags die Glocken zu läuten beginnen, lässt Joh. Wolfgang von
Goethe seine „literarische Figur“ Dr. Faustus sprechen: „Die Botschaft hört’ ich wohl. Allein,
mir fehlt der Glaube.“
Goethe fasst in diesem oft zitierten Wort das Lebensgefühl seiner Zeit zusammen, dessen
Hauptvertreter – zusammen mit anderen er wohl gewesen ist: die Zeit der Aufklärung, –
jene Epoche, wo sich die Menschen von Aussagen der Kirche, die damals nicht hinterfragt
werden durften, lösten. Eine Epoche, wo man die Naturwissenschaften neu entdeckte und
darin allein einen gesicherten Wahrheitsgehalt festzumachen versuchte.
In der „Gärphase“ dieser Epoche war es regelrecht eine Abkehr von Glaube und Kirche, weil
Intellektuelle glaubten, von ihren Aussagen hinters Licht geführt zu sein.
Erst spätere Zeiten, im Grunde erst die Theologien von Karl Rahner; Urs von Balthasar und
Joseph Ratzinger vermochten es, die glückliche und notwendige Verbindung zwischen
Wissenschaft und Glauben wieder her zu stellen. Deshalb durchzieht bei Ratzinger der
Begriff eines denkenden, vernünftigen Glaubens auch seine gesamte Theologie.
Man täte den Schreibern der Evangelien, und vor allem Paulus völlig unrecht, würde man sie
eines unüberlegten, rein auf Gefühlen, ja auf Schwärmereien aufgebauten Glaubens
bezichtigen....

 

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Menschen am Kreuzweg – Menschen, wie du und ich

Ostersonntag, 12.04.

Die Zeuginnen

8.die Zeuginnen20

 

Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Und es geschah, während sie darüber ratlos waren, siehe, da traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.  Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?  Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war:  Der Menschensohn muss in die Hände sündiger Menschen ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab zurück und berichteten das alles den Elf und allen Übrigen. Es waren Maria von Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, und die übrigen Frauen mit ihnen. Sie erzählten es den Aposteln.

Die Frauen am Grab, sie sehen:  Der schwere Stein ist weg, der Leichnam Jesu ist nicht mehr da, das Grab ist leer!

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten – er ist nicht hier sondern auferstanden.“

Der Tod ist überwunden – das Leben hat gesiegt.

Es ist unvorstellbar, es ist unbegreiflich – und doch – es ist so.

Die Frauen am leeren Grab können es bezeugen.

Sie sind erfüllt von Erstaunen und Freude. Mit überfließenden Herzen erzählen sie, das was sie erlebt haben den Aposteln.

Der Tod ist überwunden – das Leben hat gesiegt.

Das Dunkel ist überwunden – das Licht hat gesiegt.

Der Hass ist überwunden- die Liebe hat gesiegt.

Das ist Ostern

Halleluja, lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da. Hoch in Lüften lasst erklingen, was im dunklen Grab geschah:       

Jesus hat den Tod bezwungen und uns allen Sieg errungen. Halleluja Jesus lebt! (H. Bone)

 

Wir wünschen Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest. Möge das Licht und die Liebe der Auferstehung auch in diesen schwierigen Zeiten in unserem Leben sichtbar und spürbar sein.

 


 

Geistliches Wort zum Ostermontag

 

Schrifttext: Lk 24, 13-35

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Auf diesen Tag, wo wir wieder gemeinsam Eucharistie feiern können und der Herr dann unter uns sein wird, freuen wir uns von ganzem Herzen.
Wir ertragen die gegenwärtige Not aus Solidarität mit allen, denen es wirklich schlecht geht. Wir bitten Christus inständig: bleib bei uns!

                                                                                       Wolfgang Kesenheimer, Pfr.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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