Geistliches Wort zum 4. österlichen Sonntag


Verkündigungstext: Joh. 10, 1-10


Jesus knüpft in seinen Reden und Gesten an der Erfahrungswelt seiner Zeitgenossen an.
Umherziehende Schafherden gab es im Altertum an allen Orten. Heute ist das eher die
Ausnahme.
Die Menschen damals konnten also die Bildrede Jesu verstehen und in ihr persönliches
Leben umsetzen.
Das Verhältnis zwischen Hirt und Herde ist geprägt von Vertrauen und von Verantwortung.
Was bedeutet das? Jesus geht uns voran. Wir können uns im Leben und im Sterben auf ihn
verlassen. Seit unserer Taufe hat er sich uns als Freund und Begleiter verschrieben.
Jesus fordert also nicht nur unser Vertrauen ein, sondern übernimmt für uns Verantwortung.
Das ist ein Zeichen seiner Liebe zu uns.
An vielen Stellen des Neuen Testamentes werden wir aufgefordert, Jesus, dem Herrn
nachzufolgen.
Das soll dann unsere Antwort sein auf das Vertrauen, das er auf uns setzt.
Wir sehen: christliches Leben ist eben weit mehr, als nur das Annehmen von Sätzen, als das
Wahrhaben von Überzeugungen. Christliche Religion ist im Wesentlichen ein personales
Geschehen. Ein innerer Bezug von du zu du. Es ist ein sich Begegnen und ein
Geführtwerden.
Die Bildrede vom Guten Hirten und seiner Herde zielt also in das Herz des Christentums.
Und noch etwas: wir sind auf dem Weg des Glaubens nicht allein. Wir sind aufgehoben in
einer großen Gemeinschaft, die wir mitgestalten dürfen, und die uns trägt. Und: wir haben
einen, der uns voran geht, auf den wir uns verlassen können: Jesus Christus.


Wolfgang Kesenheimer, Pfr.

 


 

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